Windows Passwort vergessen und zurücksetzen

Passwort vergessen passiert eben doch. Menschen sind nicht perfekt, aber die Maschine nimmt es ganz genau. In meinem Fall vergaß ein Familienmitglied einfach das Passwort für das Windows7-System. Bisher nahm ich an, dass nun die Festplatte auszubauen sei. Aber es geht viel einfacher.

Aber Achtung: wenn Laufwerksverschlüsselung gewählt wurde, so sind diese Daten nur mit dem Passwort des Benutzers lesbar. Bei Änderung des Passwortes auf die hier beschriebene Weise würden diese Daten verloren gehen.

Für alle, die keine Laufwerksverschlüsselung benutzen, heisst die Lösung Trinity Rescue Kit. Und die geht so:

USB Stick vorbereiten

Auf einem anderen Computer den Rettungsstick vorbereiten

  1. USB-Stick mind. 1GB bereithalten – der wird im Verlauf gelöscht
  2. Download Universal-USB-Installer
  3. Download Trinity Rescue Kit
  4. Starten Universal Rescue Kit

Rettungssystem starten

Nun auf dem verunfallten Computer den USB Stick einstecken und davon Booten. Das ist Geräteabhängig. Beim Einschalten erscheint meisst eine kurze Meldung wie

  • Press F11 for Setup
  • „Press ESC“ for Menu
  • Press „DEL“
  • etc

Einfach die angegebene Taste drücken, gern auch mehrfach. Man landet dann mit Glück in einer mehr oder weniger technisch anmutenden Oberfläche. Hier sucht man nach

„Boot Devices, Boot Options oder Boot Order“. Dort solllte es gelingen, das Booten von USB zu aktivieren und in der Reihenfolge vor die Festplatten („Harddisks, HDD, SDA“) zu stellen. CD nimmt man aus einem evtl. vorhandenen CD-Laufwerk einfach raus.

Sicher ist es eine gute Idee, die ursprüngliche Einstellung zu notieren, um diese wiederherstellen zu können, sollte der PC später nicht mehr von Festplatte starten.

Oft steht auch geschrieben, mit welcher Taste man das Menü wieder verlässt. Stichwort ist „Save and Exit“. Das tut man wie angegeben und der Computer startet neu.

Passwort zurücksetzen

Das Rettungssystem startet. In dem ersten Menü ist nichts auszuwählen, es verschwindet automatisch.

Wenn alles klappt, erscheint ein Menü, das mit den Cursor-Tasten zu bedienen ist.

Hier ist nun zu wählen

  • „Windows Passwort resetting“
  • „Interactive Winpass“

Dann versucht das System, die Windows-Installation auf der lokalen Festplatte zu finden. Die entsprechende Meldung kann bestätigt werden (Enter). Anschließend erscheinen die gefundenen Benutzer.

Dann weiter mit „Edit User data and passwords“ und es erscheinen die gefundenen Benutzer. Nun kann man den zu ändernden Benutzernamen angeben.

Nach Eingabe erscheint eine Übersicht, wie es um den Benutzer bestellt ist. In der Regel wird Taste 1 „Clear (blank) user password“ ausgewählt, um das Passwort zu entfernen.

Noch sind die Daten jedoch nicht auf Festplatte gespeichert. Der Vorgang muss korrekt beendet werden. Mit „!“ und dann „q“ und Leertaste wird die Funktion beendet.

Nun kann der USB Stick vom Rechner enfernt und das System über den Netzschalter (lange drücken für aus- und kurz drücken für wieder anschalten) neu gestartet werden.

Sonderfall Benutzername mit Umlauten

Enthält dieser Umlaute, so ist das nicht sinnvoll möglich. In diesem Fall nimmt man das Konto des Administrators. Dieses ist jedoch in vielen Fällen abgeschaltet. Mit Winpass kann dieses jedoch aktiviert werden, so dass dann eine Anmeldung als Administrator ohne Passwort möglich ist. Um das eigentliche Benutzerkonto zu ändern, nutzt man dann die Benutzerverwaltung von Windows.

In diesem Fall ist „unlock and enable user“ zu wählen. In der Windows-Anmeldung geht es dann über „Anderer Benutzer“ und die Eingabe von „Administrator“ als Benutzername weiter.

Fazit

Je nach Ausführung genügt im Anmeldebildschirm von Windows nun das Auswählen des Benutzers. Ein Passwort ist nicht mehr erforderlich.

 

Persönlich fand ich es überraschend einfach, das Passwort zurückzusetzen. Nur weil der Notebook einen Passwort-Schutz hat, ist also erst mal nichts wirklich sicher.im Prinzip würde man es jedoch zumindest bemerken, wenn jemand an einem Rechner eine solche Maßnahme durchgeführt hat, das das Kennwort entfernt oder geändert wurde.

Perfide wird es, wenn man sich bewusst macht, dass Winpass, das Programm zum zurücksetzen des Passwortes, eine Sicherheitskopie der Passwort-Datei anlegt. Mit ein paar weiteren Kenntnissen ist es also möglich, die Spuren eines solchen Zugriffs zu verwischen, indem man nach die Sicherheitskopie wieder einspielt. Damit ist das ursprüngliche Passwort wiederhergestellt und ein Benutzer würde den Zugriff vermutlich nicht bemerken.

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Verfasst von:

in der Softwareentwicklung tätig als Projektleiter, Product Owner und gern als Administrator / privat technisch begeistert aber pragmatisch

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