Spam richtig melden

Spam ist nervig. Aber wie melde ich ihn richtig?

Eines vorweg: in der Regel wird ihr IT-Dienstleister / Ihre IT-Abteilung / Ihr Email-Anbieter (oder von wem auch immer Sie ein Email-Konto erhalten haben) bereits jede Menge gegen SPAM getan haben. Andernfalls würden täglich hunderte Mails dieser Art eingehen.

Aber manchmal können ja auch gute Lösungen noch verbessert werden. Dazu benötigt ihr Ansprechpartner in der Regel gezielte Informationen und Beispiele des erhaltenen Spam. Und hier wird es interessant.

Meldung machen

Prinzipiell besteht eine Mail aus dem Inhalt, also dem direkt sichtbaren Teil und diversen Meta-Informationen (Header), den Mailprogramme nur teilweise oder gar nicht anzeigen. Wird eine Mail einfach nur weitergeleitet, so erzeugt das Mailprogramm eine neue Mail, die dann versandt werden kann. Damit gehen aber die ursprünglichen Meta-Informationen verloren.

Besseres Vorgehen:

  1. Neue Mail an ihren Ansprechpartner öffnen und (nettes 😉 ) kurzes Anschreiben machen
  2. Die Beispiele der Spam-Mails aus dem Posteingang mit Drag&Drop als Anhang an die neue Mail anhängen.
  3. Dann die Mail absenden.

Damit sind die originalen Meta-Informationen der Spam-Mails erhalten geblieben und die Techies haben vielleicht einen Ansatzpunkt.

Das Verfahren ist für MS Outlook sowie Thunderbird möglich. Wer seine Mails im Browser abruft, dem steht diese Möglichkeit eventuell nicht offen. Aber wer da Erfahrungen gemacht hat, kann diese gerne in einem Kommentar hinterlassen.

Spam oder kein Spam

In meinem beruflichen Umfeld stellt sich oft auch heraus, dass Spam-Filter nicht anschlagen. Dies kann zwei Ursachen haben, die aktuell schwierig zu adressieren sind:

Bestellter Spam

Insbesondere bei gemeinsam genutzten Mailkonten ist es mir oft begegnet, dass Newsletter den Posteingang verstopfen. Die rührt dann regelmäßig aus früheren Aktionen her, wie Bestellungen, Anfragen etc. Anbieter im Netz versuchen natürlich, den Kontakt zu ihren Kunden nicht abreißen zu lassen.
Diese Mails haben, wenn Sie aus einigermaßen seriöser Quelle stammen, irgendwo einen sehr kleinen Link „abmelden“ oder „unsubscribe“. Wird dieser angeklickt, wird die eigene Mailadresse aus dem Pool der Empfänger entfernt. Das führe ich selbst regelmäßig aus und es klappt einigermaßen gut.

Diese Mails sind kein Spam im engeren Sinne, weswegen Spam-Filter diese in der Regel passieren lassen.

Generierter Spam

Eine relativ neues Verfahren ist individuell generierter Spam. Dazu muss man wissen, dass Spam-Filter Muster erkennen und nach Regeln vorgehen. Diese Regeln beziehen sich auf den absendenden Server oder den Inhalt. Andere Informationen stehen nicht zur Verfügung.

Die Spam absendenden Server wechseln ständig, so dass ein gezieltes Aussperren von Servern aus dem Mailverkehr eine schwierige Sache ist. Trotzdem wird es in der Regel getan über sogenannte DNS-Blacklists.

Bleibt noch der Inhalt. Erkennen Spam-Filter, dass sehr oft der gleiche Inhalt geprüft werden muss, ist das ein starkes Indiz für eine Spam-Welle. Der Spam-Filter kann die Mail daraufhin blockieren.

Wird nun aber der Inhalt individuell generiert. Diese Mails sind oft so gestaltet, dass es eine sinnvolle Anrede gibt, die Mail selbst nur aus Text besteht und vielleicht eine Email-Adresse enthält, auf die eine Antwort geschickt werden soll. Die Spam-Erkennung basiert auf der Ähnlichkeit von vielen Mails in einem kurzes Zeitraum. Nun sind die generierten Mails sich aber – technisch gesehen – untereinander überhaupt nicht mehr ähnlich. Daher scheitern Spam-Filter an diesen Mails derzeit und bleiben wohl auch noch eine Weile für alle Beteiligten ein Ärgernis.

Katz und Maus

Schlussendlich ist das Versenden und Erkennen von Spam ein Katz-und-Maus-Spiel. Jede Seite versucht, die Methoden der anderen Seite zu erkennen und zu umgehen. In diesem Rennen sind auch seit langem beide Seiten immer wieder erfolgreich.

Daher wird es Spam wohl noch eine ganze Weile geben und normale Email-Nutzer damit leben müssen. Aber wenn es ein Trost ist: es geht den Techies nicht besser.

Thomas Grünert Verfasst von:

in der Softwareentwicklung tätig als Projektleiter, Product Owner und gern als Administrator / privat technisch begeistert aber pragmatisch

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