Privates papierloses Büro

Wer kennt es nicht? Die Rechnungen nach dem Bezahlen abheften, die Quittungen aufheben, Briefe von der Krankenkasse in diesen Ordner, die Lohnzettel in diesen …

Aber wehe, es wird mal was gesucht! Ist der Beleg jetzt bei den Versicherungsunterlagen oder noch in dem Ordner für die Steuererklärung? Oder noch im Posteingangsfach, was natürlich völlig überquillt?

Mir ging es so. Und so habe ich eine Lösung gesucht, wie das besser werden kann.

Papierloses Büro fürs Private

Inspiriert vom Traum des papierlosen Büro möchte ich Dokumente zukünftig elektronisch speichern, um

  • Dokumente in verschiedene Kategorien gleichzeitig einsortieren zu können
  • ein Verfallsdatum anbringen zu können
  • auch unterwegs darauf zugreifen zu können
  • auch unterwegs Dokumente erfassen können
  • mit Telefon und Tablet nachschlagen zu können
  • alles auf meiner NAS zu speichern und damit auch ein ordentliches Backup zu haben, was auch Brand übersteht.
Dabei geht es mir nicht um das vollständig papierlose Büro. Aber die Richtung stimmt.

Der Weg …

Kleine DMS

Zunächst habe ich mein Heil bei Google und Document Management System privat versucht. Inspiriert haben mich Caschy und andere. Relativ schnell war klar, dass ein Dokumentenscanner angeschafft werden sollte, damit die Erfassung rationell erfolgen kann. Aber dazu muss ich immer irgendwie an den PC, was schon wieder eine große Einstiegshürde darstellt.

Getestet habe ich dann – erst mal ohne Scanner:

EcoDMS – größeres System mit Windows Client und fairen Lizenzkosten. Aber Mobil konnte ich nicht testen und die Kritiken haben mich abgeschreckt. Insgesamt ist das wohl etwas zu groß.

SeedDMS – kleines DMS mit den nötigsten Features. Aber eine VM ist nötig. Die mobile Anwendung läuft nicht optimal, da das Design darauf nicht durchgehend ausgelegt ist. Das Taggen der Dateien muss im Web-Client erfolgen. Außerdem scheint nur ein Entwickler das Open Source Projekt voranzutreiben. Das ist mir etwas zu unsicher.

Klar ist bei einem solchen System, dass alle Dokumente mehrfach angefasst werden müssen, zum Scannen, zum Verschlagworten und dann noch zum Abheften. Dies würde ich gern reduzieren.

Als Suchbegriff eignete sich „papierloses Büro“ nur bedingt, da dieser Begriff durch große Unternehmensanwendungen aus dem Bereich Document Management belegt ist. Für Privatanwender sind diese Lösungen einfach sehr groß und umständlich. Außerdem entsteht – für Firmen genau so wie für Privatanwender – ein Abhängigkeitsverhältnis zum Softwareanbieter.

Mobile First

Eine mobile Dokumentenerfassung war bis dahin nicht in Sicht. Nach Recherche bin ich auf Scanbot gestoßen. Diese App macht eigentlich fast alles, was ich brauche. Es kann Dokumente scannen und in den Dateinamen Tags aufnehmen. Ausprobieren lohnt sich. Später sah ich dann auch noch einen passenden Artikel – wieder bei Caschy.

Dazu kam, dass diese App nach einem Scan die Dokumente automatisch weiterverarbeiten kann – hier via WebDAV auf meine NAS speichern. Das klappt auch, wenn beim Scannen nicht direkt Online anliegt. Die Übertragung erfolgt einfach bei nächster Gelegenheit.

Konsequenzen

Die Idee, dass alle Informationen im Dateinamen enthalten sind, gefiel mir sehr gut. Es reduziert die Abhängigkeit von anderen Systemen (DMS oder was auch immer) enorm. Und da hier von einem Archiv die Rede ist, dass ich im Zweifel bis über meine Rente hinaus betreuen muss, spielt das eine sehr große Rolle.

Daher suchte ich nun eine Software, die mit derartig strukturieren Informationen in Dateien umgehen kann. Die Windows Suche kann schon Stichworte finden. An mobilen Zugriff ist dabei jedoch nicht zu denken.

Die Lösung

Beim Lesen diverser Foren bin ich irgendwann auf TagSpaces aufmerksam geworden. Das hatte ich gesucht. Und nachdem die Clientversion schon gut aussah, hab ich dann entdeckt, dass dieses WebFrontend auch einfach auf einer Webdav-Freigabe „installiert“ werden kann. Das läuft einfach so, ohne Setup oder ähnliches. Einfach in ein Verzeichnis auf der WebDAV Freigabe legen und fertig.

Tagspaces codiert in Tags für eine Datei im Dateinamen. Dabei stehen alle Tags in einem durch eckige Klammern umfassten Bereich. Damit kann ich leben und vor allem kann ich das in Scanbot auch so abbilden.

Installation

NAS einrichten

Auf meiner NAS habe ich ein Dokumenten-Verzeichnis via WebDAV freigegeben. Hierbei gilt es abzuwägen, ob man das Verzeichnis auch von außerhalb des eigenen Netzes erreichbar machen möchte. Das würde ich bei unverschlüsselter Datenübertragung nicht tun. Meine NAS unterstützt aber neuerdings Let’s Encrypt. Damit erneuert sich das SSL Zertifikat automatisch und wird zur Verschlüsselung der Datenübertragung genutzt. Passwörter können so auf der Leitung nicht mitgelesen werden. Dies ist mir sicher genug.

Zunächst sollte die Erreichbarkeit von Außerhalb geprüft und URL / Port festgelegt werden. Hierbei sei auf diverse Foren zum Thema „Port Forwarding“ verwiesen. Im Ergebnis gibt es eine URL, die aus dem öffentlichen Internet erreichbar ist und mittels Benutzername / Passwort geschützt ist –  die öffentliche URL.

Scanbot einrichten

Scanbot auf Smartphone installiert. Als Vorgabe für den Dokumentennamen steht bei mir

JahrMonatTag[]

Dazwischen sind bei mir keine Leerzeichen. Die eckigen Klammern schreibe ich schon in die Vorlage, da deren Eingabe auf dem Smartphone umständlich ist.

Als Tags richte ich mir die häufigsten verwendeten ein. Fehlt da einer, ist das nicht schlimm, da man den Text ja jederzeit von Hand eingeben kann.

Als neuen Workflow richte ich nun „OwnCloud“ ein. Dies ist ganz normales WebDAV. URL, Anmeldename und Passwort für die NAS (öffentliche URL) eingeben und testen. Damit können Scans schon mal manuell auf die NAS hochgeladen werden.

Sobald das funktioniert, kann Scanbot auch noch so eingerichtet werden, dass dies automatisch nach jedem Scan erfolgt. Mehrseitige Dokumente sind dabei möglich.

Allein mit ScanBot ist ein papierloses Büro jedoch noch abhängig unfertig. Die Suchfähigkeiten genügen einfach nicht. Außerdem ist der große Speicher ja die NAS, so dass Scanbot als Suchfrontend ausscheidet.

TagSpaces einrichten

Die Funktion des Suchens ist beim papierlosen Büro das wichtigste überhaupt. Schließlich geht es um das Finden der richtigen Dokumente zu einem Zeitpunkt, nicht nur um das Speichern eines unstrukturierten Haufens. Dazu verwende ich Tagspaces.

Tagspaces in den WebDAV oder Server-Edition herunterladen. Das Zip auspacken und auf die NAS in ein Verzeichnis innerhalb oder neben der Dokumentenablage (z.B. /documents/tagspaces) kopieren. Dann mittels Browser https://{öffentlicheURL:Port}/documents/tagspaces/ aufrufen.

Links oben werden die Speicherorte eingerichtet. Dort „Neuen Ort einrichten“ wählen und als Verzeichnis den Pfad angeben.

In der Tag-Ansicht können dann noch die eigenen Tags definiert werden. Das ist aber schon fast optional. Bei mir sieht da dann so aus:

Ein Doppelklick öffnet das PDF-Dokument rechts. Das klappt super. Für die Suchmöglichkeiten sei auf auf die Doku verwiesen, wenn man diese denn wirklich braucht. Es ist simpel.

Browser

Hier ist lediglich ein Lesezeichen sinnvoll. Die Chrome-Erweiterung von TagSpaces wird in diesem Szenario nicht benötigt.

Workflow

Ablegen

Nun ist doch alles sehr einfach:

  1. Brief mit Scanbot fotografieren
  2. Im Dateinamen die Tags antippen und Kurzbezeichnung ergänzen
  3. Speichern

Ich muss, um etwas zu archivieren, nicht mehr an den PC. Dokumentenscanner hab ich nun auch keinen gekauft. Die Qualität meiner Smartphone-Kamera ist ausreichend. Bei wem das nicht so ist, der überlege sich vielleicht eher noch, das Geld statt für einen Scanner eben in ein neueres Smartphone zu investieren.

Suchen

Chrome auf Tablet oder Telefon öffnen und Lesezeichen aufrufen. Tag auswählen oder Suchbegriff eingeben – fertig.

Einschränkungen

Die Lösung ist fast perfekt. Aktuell gibt es folgende Limits:

  • Suchen geht nur auf Chrome-Browsern. Aber für iOS gibt es auch ein Chrome und es funktioniert soweit.
  • Volltextsuche in den Dokumenten bietet TagSpaces nicht an. Hier muss man sich mit dem Windows Explorer oder MaxOS Finder helfen.
  • Die Texterkennung von Scanbot ist mittelmäßig. Sicher gibt es bessere Programme, aber die erfordern eben auch PC und so weiter. Für meine Zwecke hat es bisher gereicht.

… und weiter?

Was passiert eigentlich nach dem Scan? Ich war noch nicht mutig genug, die physischen Ordner abzuschaffen. Daher sortiere ich das noch immer sachgerecht in meine Aktenordner. Aber man traut sich auch schon eher mal, etwas gleich wegzuschmeißen. Digital ist es ja zur Not noch da.

Werden das nicht über die Jahre zu viele Dokumente? Ja. Daher habe ich Tags für ein Verfallsdatum: „2J 3J 10J immer“. Damit kann ich markieren, wie lange eine Datei aufgehoben werden soll. Dann muss man nur noch einmal im Jahr (schöner Vorsatz für jedes neue Jahr) filtern nach dem Jahr (daher beginnt der Dateiname bei mir immer mit dem Jahr-x) und dem Tag xJ. Die Ergebnismenge kann dann weg.

Könnten die Dateien statt mit Tags nicht auch in Ordner gelegt werden? Jein. Ordner haben den Nachteil, dass ein Dokument nur in einem Ordner gleichzeitig sein kann. Dies ist praktisch nicht immer eindeutig. Z.B. KfZ-Versicherung. Gehört zu den Autounterlagen, aber auch zu den Versicherungen. Fachlich ist das nicht eindeutig zuordenbar. Daher kommen bei mir nun alle Dateien in ein Verzeichnis. Das ist aber sicher auch Ansichtssache.

Warum nicht evernote? Gegenüber Cloud-Lösungen bin ich eher positiv eingestellt. Dabei geht es jedoch immer um kurze Datenhaltung und begrenzten Einfluss, wenn sich da mal etwas ändert. Dieses Projekt ist richtig langfristig – im Zweifel muss mein Nachwuchs damit in 30 Jahren noch klar kommen. Da habe ich lieber alles unter Kontrolle. Und Gebühren über solche Zeiträume sind ja auch nicht ohne.

Fazit

Ich hab eine Ablage, die ich sehr schnell und simpel befüllen kann. Vieles muss ich gar nicht mehr aufheben. Nun steht der langfristige Praxiseinsatz an. Wenn es gut funktioniert, kann man sicher den Papieraufwand noch weiter reduzieren, indem sachgerechte Aktenablage einfach durch einen Dokumentenstapel ersetzt wird. Sehr schön ist das hier beschrieben. Respekt.

Kommentare und Anregungen zum Thema sind sehr erwünscht.

Schlagwörter

Thomas Grünert Verfasst von:

in der Softwareentwicklung tätig als Projektleiter, Product Owner und gern als Administrator / privat technisch begeistert aber pragmatisch

11 Comments

  1. 13. Februar 2017
    Reply

    Hallo Thomas,

    nachdem ich mir nun einen Wolf mit einer eigenen Lösung programmiert habe, ist es gerade nicht so erfreulich zu lesen, dass deine Lösung vermutlich ausreicht, oder auch optimal ist. 😉

    Ich schreibe jedoch noch zusätzlich Daten in die PDF-Metas. Aber das dafür verwendete Tool ist irgendwie nicht sehr zuverlässig. Bei den Dateinamen habe ich das Problem bei Belegnummern, wenn diese Sonderzeichen oder auch nur einen Backslash enthalten, dann kann dies schon mal nicht im Original in den Dateinamen.

    Mit einem „Verzeichnisbeobachter“ würde ich dann noch anhand der Tags/Dateinamen eine Verzeichnisstruktur anlegen.

    Wie auch immer, ich werde heute Abend deinen diesen Artikel noch einmal detailliert lesen.

    Gruß
    Volker

  2. Chris M.
    27. März 2017
    Reply

    Hallo Thomas,
    danke für die Beschreibung deiner Lösung, sehr inspirierend 🙂

    Aber kann es sein, dass neuere Versionen von Scanbot keine eckigen Klammern im Dateinamen zulassen? Auf meinem Android-Smartphone zumindest schaffe ich es nicht.

    • Thomas Grünert
      28. März 2017
      Reply

      Hallo Chris,

      freut mich, dass Dir der Artikel gefällt. Danke auch für den Hinweis bzgl. Android. Dem werde ich mal versuchen, nachzugehen. Allerdings muss ich erst mal ein passendes Gerät im Bekanntenkreis organisieren.

      • Chris M.
        30. März 2017
        Reply

        Ich habe inzwischen mit dem Scanbot Support Kontakt gehabt, die schreiben, dass sie tatsächlich verschiedene Sonderzeichen verbieten, weil die in unterschiedlichen Cloud-Diensten nicht unterstützt werden. Allerdings wollen sie das nochmal überprüfen und ggfs. dann doch wieder zulassen.
        Die eckigen Klammern sind in den FAQs von Scanbot nicht als verboten erwähnt, die App lässt sie aber trotzdem nicht zu.

  3. Dominik
    3. Dezember 2017
    Reply

    Hallo Thomas,
    ich versuche meine Ablagestruktur zu optimieren, ich arbeite seit Jarhen schon digital, aber nicht konsequent, wenn ich was suche, bin ich noch in beiden Welten unterwegs. Von daher habe ich mich nun entschlossen meine digitale Ablage zu überarbeiten. Dabei bin ich auf deinen Artikel gestoßen den ich sehr gut finde. Allerdings bin ich ein Freund von Unabhängigkeit und will keinen „Zwischenhändler“ für meine private Ablage haben. Deswegen würden mich noch ein paar Themen interessieren wie du mit denen umgehst und freue mich über deine Rückmeldung.

    Zum einen finde ich dein verwendetes Programm gut, es kommt aus Deutschland und hält sich an die Datenschutzbestimmungen, aber dennoch bin ich auf die Firma angewiesen, was ist wenn die Firma verkauft wird und es im Ausland agiert, wie sieht es mit meinem Datenschutz aus? Was passiert wenn die Software nicht mehr weiterentwickelt wird, gibt es dann Sicherheitslücken? Und wie bekomme ich meine Dateien wieder aus der Software in ein anderes Dokumentenmanagementsystem?
    Von daher würde ich wirklich so vorgehen, dass ich mir lokal und in meiner NAS eine entsprechende Ablage generiere und mich an bestimmte Dokumentenverschlagwortungen halte.

    Dein Scanvorgang mit dem Handy ist super – das nutze ich auch, allerdings nur für einzelne Blätter, wenn ich mehrere Blätter evtl. noch Vorder- und Rückseite einzuscannen habe, bediene ich mich dem normalen Scanner.

    Des Weiteren gibt es ja nicht nur einzelne Dokumente zu archivieren, sondern auch evtl. anstehende provate „Projekte“, die dann doch in einer Kategorie seien sollen und mir angezeigt wird, wenn ich meine Dokumente und Unterlagen zu bestimmten „Projekten“ suche, wie machst du das?

    Wie ist momentan deine Praxiserfahrung damit? Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema, vorallem ein wichtiges Thema für die nächsten Jahrzehnte.

    Vielen Dank für deine Rückmeldung und deinen tollen Artikel!
    Grüße und einen schönen Sonntag
    Dominik

    • Thomas Grünert
      8. Dezember 2017
      Reply

      Hallo Dominik,
      vielen Dank zunächst für Dein Feedback. Freut mich, dass Dir der Artikel gefallen hat. Nach nun etwa einem Jahr Erfahrung mit dem System glaube ich schon, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber eben auch noch nicht am Ziel.

      Zu Deinen Fragen:

      Auch ich möchte mich nicht in die Abhängigkeit eines DMS-Herstellers begeben. Auch wenn die Versuchung groß ist. Mit fehlt der Glaube, dass Software über 30 Jahre betrieben werden kann. Und wenn das möglich ist, werde ich es früher oder später bezahlen müssen. Insofern setze ich aus großer Überzeugung auf den Ansatz, dass in den Datendateien selbst alle erforderlichen Informationen enthalten und diese ohne limitierte Hilfsmittel lesbar sein müssen. Dabei gelten 2 Grundannahmen:

      1. Dateien / Dokumente in der heutigen Form wird es als Metapher noch die nächsten 30 Jahre geben. Somit sind diese auch langfristig in Betriebssystemen der Zukunft abbildbar.
      2. PDF wird noch mehr als 30 Jahre lesbar sein. Dies glaube ich, da die Verbreitung im Archivierungssektor sehr stark ist. Es gibt einfach genügend Organisationen, die auch viel viel später PDF Dateien werden lesen müssen. Daher gibt es auch genügend Nachfrage nach den entsprechenden Werkzeugen.

      Das von mir eingesetzte Programm TagSpaces stellt nur eine optimierte Ansicht auf die vorhandenen Dateien dar. Es hält selbst überhaupt keine Archiv-Daten. Die Informationen sind im Dateinamen enthalten, die ich nach der im Artikel beschriebenen Syntax aufgebaut habe. Da muss man sich eben einmal ein System überlegen, das auch mit Änderungen der Lebensverhältnisse zurechtkommen wird. Ist aber nicht so kompliziert. Daher stellt sich auch nicht die Frage, ob man die Daten wieder aus der Software „heraus bekommt.“ Sie waren ja nie wirklich drin ;-).

      Das Datenschutzniveau legst Du selbst fest. Bei mir liegt die Software (es sind ja nur normale Dateien, die ein Browser abrufen kann) auf der NAS in einer Freigabe zusammen mit meinen Archivdaten. Die Installation habe ich ja leidlich beschrieben. Wenn Du da Fragen haben solltest, melde Dich ruhig noch einmal.

      Scannvorgang mit dem Handy hat sich bewährt, solange es hell genug ist. Jetzt im Dezember ist das schon schwieriger. Mehrere Seiten sind aber kein Problem mit dem Telefon. Eher schon die Qualität, wenn das Licht mal nicht passt. Außerdem ist mir das Scannen etwas zu langsam. Gut ist, dass ich schon am Handy die Tags im Dateinamen setzen kann. Damit habe ich keine Nachbearbeitung der eingehenden Dokumente.

      Für das Einsortieren in private Projekte oder dergleichen gibt es zwei Strategien. Nur eine funktioniert.

      1. Ordner im Archiv unterstützt TagSpaces auch. Wenn es wirklich völlig separate Archive sind und die Dokumente inhaltlich bis in alle Ewigkeit immer GENAU EINEM Ordner zuzuordnen sind, kann das klappen. Praktisch bin ich damit bisher stets gescheitert. Daher …
      2. Tags für Dokumente werden im Dateinamen angegeben und TagSpaces bietet die Möglichkeit, diese zu bearbeiten oder eben danach zu filter. Da die Dokumente mehrere Tags haben können, entfällt die Beschränkung des ersten Ansatzes. Bsp: „Kontoauszug“ und „Krankenkasse“. Auf Kontoabrechnungen steht alles mögliche drauf. Vielleicht auch noch Handwerker. Dann bekommt dieses Dokument eben auch das Tag „Handwerker“. Damit wird es auch relevant für die Steuererklärung. Also noch das Tag „Steuer“. Ich denke, das Prinzip wird klar. Sowas kann man nicht in Ordnern abbilden. Aber da nur der Dateiname als Informationsträger genutzt wird, entfällt trotz Tagging eine Bindung an ein DMS.

      Alles in allem ist meine Erfahrung mit dem Projekt durchweg positiv. Insbesondere die schnelle Verfügbarkeit von Dokumenten begeistert mich. Das hat mir in diversen Lebenslagen des letzten Jahres schon sehr geholfen und mich motiviert, das Thema weiter zu betreiben.
      Was ich nicht geschafft habe, ist die Reduktion der Papierablage. Die ist noch immer mäßig gut. Aber ich bin von ihr nicht mehr so abhängig.

      Nun überlege ich, mir im neuen Jahr einen WLAN Dokumentenscanner zuzulegen, der gleich im Flur aufgestellt wird. Das könnte den Vorgang beschleunigen. Allerdings habe ich dann durch das nachträgliche Tagging eine Nachbereitung. Bin mir nicht sicher, ob sich das bewährt. Das gilt es wohl auszuprobieren und hat viel mit persönlicher Motivation und Disziplin zu tun.

      Ich hoffe, Dir ein bisschen geholfen zu haben beim Finden einer für Dich passenden Lösung. Bei Fragen gerne wieder fragen. Oder Du berichtest mal, wie Du es schließlich angegangen bist. Das würde hier sicher viele interessieren. Denn mein Artikel wurde erstaunlich oft gelesen.

      Viele Grüße,
      Thomas

  4. Dominik
    9. Dezember 2017
    Reply

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für deine Antwort, das hilft mir wieder ein bisschen weiter. Auch ich betreibe ein NAS, mit dem ich jetzt schon via Ordnerstruktur archiviere, aber es ist sehr aufwendig. Ich werde dein genanntes Tool testen und wieder berichten. Mein Vorhaben:
    – App: Scanner pro
    – Tag Spaces
    – Einen Ablageort, nach Jahren und evtl. Projektordnern
    – zwei Backups der Ablage

    Vielen Dank bis hierher und bis bald.

    Viele Grüße
    Dominik

  5. Lars
    20. Dezember 2017
    Reply

    Hallo Thomas,

    klingt alles super interessant und ich möchte es gerne ausprobieren. Kannst Du vielleicht noch ein paar mehr Worte zum Setup mit Deinem NAS sagen? WebDAV habe ich schon länger im Einsatz und z.B. als Netzlaufwerkverindung auf meinem Arbeitsrechner laufen und dies funktioniert einwandfrei.

    Auch Scanbot habe ich schon länger mit WebDAV im Einsatz. Daher sollten die Berechtigungen bei Verwendung des identischen Users für die Verzeichnisse eigentlich passen.

    Trotzdem scheitere ich bei der Einbindung von tagspaces. Ich habe ein Synology NAS und nutze dementsprechend den WebDAV Server, der von Synology mitgeliefert wird. Entsprechend Deiner Beschreibung habe ich den entpackten Ordner tagspaces abgelegt und anschliessend versucht, diesen per Chrome oder Firefox aufzurufen. Fehlermeldung ist in beiden Fällen:

    Forbidden
    You don’t have permission to access /123/456/tagspaces on this server.

    Hast Du eine Idee, woran es liegen könnte und wie sieht das Setup bei Dir genau aus?

    Nochmals vielen Dank für Deinen sehr interessanten Ansatz.

    Viele Grüße
    Lars

    • Thomas Grünert
      27. Dezember 2017
      Reply

      Hallo Lars,
      schön, dass Dir mein Ansatz zusagt ;-). Auch ich betreibe eine Synology.

      Zunächst würde ich prüfen, ob WebDAV grundsätzlich funktioniert. Das WebDAV Paket muss installiert sein. Dort stellst Du einen Port für HTTPS ein. Den sollte Dein Router dann auch durchleiten. Dann nutzt Du bitte auch gleich LetsEncrypt unter (Sicherheit->Zertifikat->Hinzufügen).

      Der Benutzer muss für diesen Dienst zugelassen sein und auf dem Ordner Lese- und Schreibrechte haben (Systemsteuerung->Benutzer->Berechtigungen und Systemsteuerung->Benutzer->Applikationen).

      So sollte Windows sich auf eine Freigabe verbinden können (Linux auch ;-). Das geht bei Windows mit Explorer->rechte Maustaste->Netzwerkverbindung hinzufügen->“Verbindung mit einer Website herstellen, auf der Sie Dokumente und Bilder speichern“. Dann dort den Pfad incl. dem für WebDAV eingestellten Port eingeben, also z.B. https://meineSyn.local:3000. Mit Benutzer/ Passwort anmelden. Solange das nicht geht, geht der Rest auch nicht.

      Wenn das geht, mal Dateien hin und her kopieren. Damit ist Lese/Schreibrecht dann bewiesen. Bei mir hab ich dann TagSpaces in ein Verzeichnis unterhalb einer Freigabe liegen und rufe es auch so auf, also z.B. https://meineSyn.local:3000/freigabename/tagspaces/

      So läuft es bei mir. Viel Erfolg mit Deinem Setup! Wenn es weiter hakt, melde Dich gern noch mal.
      Thomas

  6. moejoe
    29. Dezember 2017
    Reply

    Hallo Thomas

    Interessanter Artikel und auch die Idee softeare unabhängig zu sein gefällt mir

    Welche NAS benutzt du ?

    grüße moejoe

    • Thomas Grünert
      29. Dezember 2017
      Reply

      Hallo moejoe,
      schön, dass Dir die Idee gefällt. Danke.
      Als NAS nutze ich eine Synology mit 2 Schächten und aktuellem DSM.
      Das Backup sollte eben gut gemacht sein. Ich habe eines vor Ort (zweite Platte) und eines entfernt (rsync).
      Viele Grüße,
      Thomas

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